Schnecken und Ökosystem

Alles Wissenswerte über die Gartenbewohner

Schnecken haben zwar häufig einen schlechten Ruf als Schädlinge, können aber auch durchaus nützlich sein und sollten daher nicht pauschal vergiftet oder in tödliche Fallen gelockt werden. Es gibt Hunderte von verschiedenen Schneckenarten - hier eine Übersicht über die vier am meisten in Deutschland verbreiteten Arten:

Spanische Wegschnecke

Die braune Nacktschnecke (Arion vulgaris, Spanische Wegschnecke) ist seit ca. 40 Jahren in Deutschland und angrenzenden Ländern auf dem Vormarsch. Sie ist wahrscheinlich schon die häufigste Schneckenart der Bundesrepublik. Anders als ursprünglich heimische Schnecken, hat sich diese Art besonders an Trockenstress angepasst und macht sich besonders gern über Nutz- und Zierpflanzen her. Arioniden haben ihr Atemloch im vorderen Körperdrittel.

Schnegel

Schnegel (Limacidae) sind mit vielen Arten in Deutschland und Europa verbreitet, einer der bekanntesten ist der hübsch gemusterte Tigerschnegel. Sie werden außerordentlich lang (bis 20 cm) und sind besonders schnell und aktiv. Der Schnegel ist spezialisiert auf abgestorbene Pflanzenteile und mag auch Pilze. Er hat einen relativ hohen Proteinbedarf und jagt als eine der wenigen Arten auch braune Nacktschnecken. Auch wenn er Salat, Gurke & Co. nicht verschmäht, gehört er zu den nützlichen Gartenbesuchern und sollte nicht vergiftet werden. Schnegel haben einen „Kiel“ auf dem Rücken und fingerabdruckartige Rillenmuster auf ihrem Mantel. Das Atemloch ist mittig, der Bauch meistens hell.

Garten-Schnirkelschnecke

Schnirkelschnecken (Cepaea sp., im Bild eine Garten-Schnirkelschnecke, erkennbar am hellen Rand der Gehäuseöffnung) leben fast überall. In Schleswig-Holstein gibt es eine gelbliche Form mit unterbrochenen Bändern, die aber mit anderen Schnirklern hybridisiert. Sie mag auch Zier- und Nutzpflanzen, ist aber kein bekannter Schädling und seltener am Boden als im Gesträuch anzutreffen.

Weinbergschnecke

Weinbergschnecken (Helix pomatia) sind auf kalkhaltigen Böden weit verbreitet und werden in der Natur bis zu 8 Jahre alt. Sie ernähren sich überwiegend von abgestorbenen Pflanzen, können aber insbesondere Kohlarten nicht widerstehen. Dass sie die Eier von Nacktschnecken vertilgen, ist nicht belegt. Als gefährdete und besonders schöne Schneckenart sollte die Weinbergschnecke aber im Garten auf jeden Fall geduldet werden.